![]() | |||||||||||||||||||||||
Press & Reviews | |||||||||||||||||||||||
Caecilia-Concert - Buxtehude & Co Hätten die fünf Musikanten der seit 2001 bestehenden Gruppe Caecilia-Concert als ausgewiesene Theoretiker einer „authentischen“ Aufführungspraxis vor der Veröffentlichung des vorliegenden Programmes ihre Besetzungspläne verraten, so hätte man sie sicherlich vor dem künstlerischen Risiko eines harmonischen Zusammenklanges gewarnt: Eine einsame, darmbesaitete Barockgeige im Verein mit durchdringenden Zinkentönen, brummendem Dulzian-Schnarren, engmensurierter Tenorposaune und Cembalo im gelegentlich sprunghaften Wechsel mit dem Flötenregister eines Orgelportativs – kann das gut gehen? Es sind Gegensätze, die man sich krasser nicht vorstellen kann! Erfahrung hatten die Instrumentalisten internationaler Herkunft und Ausbildung allesamt im Amsterdamer Zentrum historisierender Virtuosenschulung bei den prominenten Lehrern und Professoren genossen. Die Amerikanerin Kathryn Cok als empfindsame Beherrscherin barocker Tasteninstrumente, die Engländerin Fiona Russell als unglaublich versierte Zinkenistin (mit dem „stilgerechten“ Zusatz-Hobby einer Falknerin) und ihr Landsmann Adam Woolf als unbegrenzt virtuoser Blechbläser der gesamten historischen und modernen Posaunenfamilie, schließlich als einheimische Niederländer die Geigerin Annabelle Ferdinand und Wouter Verschuren als Experte auf Barockfagott und Dulzian. Alle fünf haben als Mitwirkende in den führenden Ensembles der historischen Spielpraxis ihren Ruf in Fachkreisen längst gefestigt. Nun also ist die Eigengründung als Auswahlgruppe und Vorzeigemuster eines „broken consort“ dazugekommen. Und mit welchem Effekt! Man muß nach altbarocker Art gar von einem sensationellen Affekt reden! Alles, was hier geblasen, gegeigt und clavizimbelt wird, ist für die Hörer des 21. Jahrhunderts eine absolut neue und spannende Begegnung mit Alter Musik aus der Zeit vor rund 350 Jahren. Denn der fast allzu vertraute, barockisierende Gleichklang der Generalbaßmusik im Pulsschlag der Schwelltöne, deren „Authentizität“ zitatenreich begründet zu sein scheint, wird hier durch farbenreiche, aufregende Spaltklänge ersetzt. Es handelt sich schlicht um Barockinterpretationen von neuer, unerhörter Vitalität und Musikalität. Das Ergebnis ist ohne Frage reif für eine der nächsten Bestenlisten! Das Geheimnis: Hier wird nicht irgendwie mit vorhandenen Urtext-Ausgaben herumexperimentiert, weil originale Besetzungsangaben fehlen, sondern weil eine perfekte Beherrschung des Instrumentariums selbst den anspruchsvollsten Passagen rhythmisch, klangrein und im sensibel ausbalancierten Zusammenwirken „starker“ und „lieblicher“ Instrumente einen neuen Atem und eine neue Faszination verleihen. Immerhin handelt es sich durchweg um eine frühe, meisterhafte Literatur des konzertierenden Stils mit einer Fülle von Kapriolen in Mini | ||